Description
Die Besucher der Breitachklamm kamen in den ersten Jahrzehnten fast ausnahmslos zu Fuß von Oberstdorf herüber.
Um eine gute Bewirtung zu gewährleisten, erbaute der Breitachklammverein 1904/1905 am Eingang der Klamm
eine eigene Gaststätte.
Die alten Protokolle zeigen, dass mit der Verpachtung der Wirtschaft keine reine Freude verbunden war. Gekostet hatte
der Gasthof einschließlich des Inventars bis zum Jahr 1906 35.000,- Mark. Die ersten Pächter, ein Ehepaar Schuhnagel
aus München, sollten eine jährliche Pacht von 2.500,- Mark bezahlen. Trotz des guten Besuches der Klamm entsprach
der Besuch der Wirtschaft nicht den Erwartungen der Pächter.
Die Wirtsleute argumentierten, dass die Klammbesucher bei dem "teuren Eintrittsgeld" von 50 Pfennig für erwachsene
Personen kein Geld mehr für eine Halbe und eine Brotzeit übrig hätten. Außerdem gingen viele Besucher
in die Gastwirtschaft zur "Walserschanze", weil diese im Ausland liege und deshalb eine besondere Anziehungskraft ausübe.
Die Pächter stellten immer wieder Anträge auf nachlass der Pacht.
Der Breitachklammverein kam diesen Anträgen teilweise nach. 1908 wurde außerdem den damaligen "Biletteuren"
Franz Vogler und Johann Zobel, bei Androhung sofortiger Entlassung, verboten, die Schanzenwirtschaft zu empfehlen.
1908 und 1909 folgten neue Pächter. Es gab wieder Schwierigkeiten, diesmal mit der als "Küchenvorsteherin"
tätigen Ehefrau des P'ächters Steiger. In den Kriegsjahren 1914, 1915 und 1916 folgten drei weitere Pächter.
Die Pacht wurde immer weiter reduziert, angepasst an die in den Kriegsjahren rückläufigen Besucherzahlen.
Um den dauernden Ärger zu vermeiden, schlug der Vorstand und der Aufsichtsrat der Generalversammlung vor,
die Wirtschaft zu verkaufen. Der Verkauf erfolgte Anfang 1919 für 30.000,- Mark. Eigentümer wurden Max Maier
und seine Ehefrau Dorothea.
Die Familie Maier führt die Wirtschaft noch heute zur Zufriedenheit der Klammbesucher und in bester Zusammenarbeit
mit dem Breitachklammverein.
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